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Alexandre Ntouba
hat ein dickes Fell. Doppeldeutige Diskriminierungen von
unzufriedenen Zuschauern steckt er locker weg. "Schwarze Sau ist
doch für mich keine Beleidigung", sagt der 35-jährige, "das
kriegen auch die weißen Kollegen zu hören".
Über Bemerkungen wie "Pass auf, dass du vernünftig pfeifst,
sonst gibt`s keine Sozialhilfe mehr" kann er nur milde lächeln und
bleibt stets gelassen. Denn Beruhigen ist neben dem Pfeifen Dr.
Ntoubas zweite große Stärke. Sein Geld verdient der Kameruner als
Narkosearzt in der Uni--Klinik Aachen. Doch auch der geduldige
Doktor hat seine Grenzen. "Sobald ich merke, dass meine Person
attackiert wird, höre ich sofort auf", sagt der Lehrwart und
ranghöchste Schiedsrichter im Kreis Düren entschieden. Bislang ist
alles im Rahmen geblieben. Nur abseits vom Platzes gab es vor
längerer Zeit mal Probleme: 1990 kam Ntouba mit einem Stipendium
in der Tasche nach Deutschland. Gleich ein Jahr später wurde er in
seinem Wohnort Jülich abends auf der Straße von drei Männern
angepöbelt und verfolgt. "Da hatte ich
Angst. Doch als trainierter Sportler bin ich schneller als die gewesen´", grinst Ntouba, der
sich als Handballer fit hält. Schiedsrichter ist er eigentlich aus
Langeweile geworden. Der Medizinstudent wusste mit seiner Freizeit
wenig anzufangen und brauchte ein Hobby. 1995 entdeckte er
zufällig ein DFB-Werbeplakat, mit dem Schiedsrichter gesucht
wurden. "Da habe ich mich dann einfach gemeldet", erzählt
Ntouba.
Das Risiko, mit seiner Hautfarbe Schiedsrichter zu werden, war ihm
damals nicht bewusst. Trotzdem stieg der talentierte Ntouba im
Eiltempo von der Kreisklasse in die Oberliga auf. In den Staffeln
Nordrhein und Westfalen pfeift er seit 3 Jahren. Heute ist der
einzige schwarzafrikanische Schiedsrichter auf diesem Niveau,
jedoch mit wenig Aussicht auf erneute Beförderung. "Hätte ich vier
Jahre früher angefangen, würde ich heute Bundesliga pfeifen", sagt
der selbstbewusste Hobby-Schiri trotzig. Denn Leistung sei nicht
das einzige Kriterium, auf das der DFB setze. Kaum zu glauben, mit
35 Jahren ist Ntouba laut DFB zu alt, um befördert zu werden. Den
Traum Bundesliga hat er abgehakt: Ntouba fühlt sich zwar gemeinsam
mit Freundin Pauline (26) sehr wohl in Deutschland, in zwei Jahren
will er aber zurück in seine Heimat. "Ich habe schon Kontakt mit
dem Verband aufgenommen. Ich will in Kameruns erster Liga und
später international pfeifen. Die WM 2010 in Südafrika ist mein
großes Ziel", sagt der Unparteiische, der einmal im Jahr seine
Familie (Mutter und sechs Geschwister) in Afrika besucht. Doch
Ntouba kümmert sich auch von Deutschland aus um seine Heimat.
Zusammen mit der Initiative "Fußballvereine gegen RECHTS" sammelt
der Entwicklungshelfer Pfeifen, Fußbälle Schuhe und Trikots und
verschickt diese nach Kamerun. Meist auf eigene Rechnung. Denn
Unterstützung erfährt Ntouba bisher leider wenig.....Dieses
Manko rief unsere Initiative auf den Plan:
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Wir
sammeln für Kinder und Jugendliche in Kamerun gebrauchte Trikots, Hosen,
Stutzen, Fußballschuhe
und alles, was man zum Fußballspielen so braucht.
Kamerun ist eines der ärmsten Länder der Erde. Damit sich auch die Fußballer
in diesem Land so fühlen wie unsere Kinder, wenn sie im Trikot auf den Rasen
laufen, haben wir diese Aktion ins Leben gerufen.
Wir suchen: gebrauchte Spieler-, Torwart- und Schiedsrichter-Trikots,
gebrauchte Trainingsanzüge, gebrauchte Fußballschuhe, Ballnetze,
Schienbeinschoner, Sporthosen - alles, was zum Fußballsport gehört !
Für wen suchen wir: für Kinder und Jugendliche in Kamerun, die sich
solche Luxusartikel nicht leisten können, aber trotzdem dem Fußballsport
nachgehen wollen !
Wie spende ich:
habe
ich Fußballsachen, melde ich mich per Eintrag mit Angabe meiner
Telefon-Nummer oder eMail-Adresse. Ich kann aber auch die Sachen an folgende
Adresse frei oder unfrei senden:
Fußballvereine gegen Rechts
Schlichbachstraße 1
52353 Düren
gegen-rechts@arcor.de
Sollten Sie in der Nähe von Köln, Aachen, Bonn, Euskirchen oder Düren
wohnen, holen wir auch die Sachen gerne ab.
Transport nach Kamerun:
Dr. med. Alexandre Ntouba wird den Transport nach Kamerun übernehmen.
Wir versuchen, den Transport durch das Auswärtige Amt durchführen zu
lassen.
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