Gedichte
 

Schwarz, Rot, Gold
Was ist wieder aus uns geworden?
Die Vergangenheit ist schon morgen!
Eins wollt ich Euch schon lange sagen,
kein Fremder soll mehr Angst hier haben.
Als es uns einst ganz schlecht hier ging,
fingen wir an, Fremde zum Arbeiten hierher zu bringen.
Damals waren sie gut, nicht wahr?
Heute wollt ihr sie nicht mehr, na klar.
Angeblich nehmen sie Arbeitsplätze
und machen auf die Deutschen Hetze.
Doch seht euch mal bei euch  a um,
man, ihr seid doch wirklich dumm.
Ihr wollt keine Blätter fegen
und auch keinen Müll bewegen.
Einen Platz im warmen Büro,
nur darüber wäret ihr wirklich froh.
Doch dazu fehlt euch ja die Schlauheit,
ihr kennt nur "Einigkeit und Recht und Freiheit".
Denkt nur mal darüber nach,
was ich euch jetzt endlich sag:
"Wir brauchen keinen falschen Stolz,
denn Naziköpfe sind aus Holz!
Macht euer Herz auch auf für Fremde,
schüttelt Schwarz, Rot, Gelb die Hände.
Ihr werdet sehen, das macht gleich
warm ums Herz und furchtbar reich.
Ja, nicht materiell gedacht,
doch darüber ist doch gelacht.
Denn wer freundlich ist zu jedermann,
der kommt auch an eine Arbeit ran.
Es muss auch mal zu Ende gehen,
ich will keine Gewalt mehr sehen!!!"

unbekannter Dichter

tacheles
jetzt aber mal ehrlich: geht es Dir gut,
wenn Du mich schlecht machst?
fühlst Du dich stark, durch meine Schwächen?
fällt es Dir leicht, mir das Leben schwer zu machen?
richtet es Dich auf, mich zu unterdrücken?
hältst Du es für klug, mich für dumm zu verkaufen?
findest Du es schön, zu mir hässlich zu sein?
jetzt aber mal ehrlich: bist Du wirklich so klein?
Katrin Vogler

Schalala Ole Ole
Motiviert bis in die Haarspitzen - Arschloch -
Konzentration und Nervosität - Wichser -
Hat sich stets unter Kontrolle - Hurensohn -
Den Blick stets aufs Grün fixiert - Wir ficken deine Mutter -
Der Schal weht um seinen Hals - in den Arsch -
Totale Identifikation - Haut Drauf -
Mit den Dingen die er liebt - Kameraden -
Eben ein ganz normaler Fußballfan
Philipp Gingter

SCHULD
Sind wir schuld daran, was 50 Jahre oder mehr vor unserer Geburt passierte?
Tragen wir die Verantwortung für die Taten eines Irren,
der ganze Völker vernichten wollte,
nur weil sie seinem perfiden Menschenbild nicht entsprachen?
Kann man unsere Generation dafür verurteilen,
dass wir die Enkel oder Urenkel einer Generation sind,
die, getrieben durch Arbeitslosigkeit, Krieg und Hungersnot,
sich diesem Hoffnung vorgaukelnden Tyrannen unterwarf ohne nachzudenken,
blind an sein verheißungsvolles Versprechen glaubte und seine irren Ziele umsetzte?
Nein.Aber das, was passierte, muss als abschreckendes Beispiel
auch uns in unseren Köpfen präsent sein,
auf dass wir aus den Fehlern unserer Vorfahren lernen und so etwas
Schreckliches nie wieder passieren kann.
Adam Arndt