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20.10.2008 11:16 DFB-Allgemein DFB.DE EXKLUSIV Julius-Hirsch-Preis geht nach Düren, Leipzig und BremenDer Deutsche Fußball-Bund (DFB) verleiht den Julius-Hirsch-Preis 2008 am 19. November in Berlin an drei Initiativen aus Düren, Leipzig und Bremen, die sich nachhaltig gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit eingesetzt haben. Diese Entscheidung fällte die Jury des Julius-Hirsch-Preises unter der Leitung von Bundesinnenminister a. D. Otto Schily auf einer Sitzung in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main. Erster
Preisträger ist die Initiative "Fußballvereine gegen Rechts" aus Düren.
Das bereits 2001 initiierte Projekt erhält ein Preisgeld in Höhe von
10.000 Euro. Den zweiten Platz vergab die Jury an die in Leipzig
beheimatete Faninitiative "Bunte Kurve". Die Anti-Diskriminierungskampagne
von Werder Bremen, ein Kooperationsprojekt des Vereins mit dem Bremer
Fan-Projekt und dem Dachverband der Bremer Fan-Clubs, wurde auf den
dritten Platz gewählt. Die Initiativen aus Leipzig und Bremen erhalten ein
Preisgeld von 6000 bzw. 4000 Euro für ihre anti-rassistische Arbeit.
Aufgrund der hohen Qualität der Bewerbungen erkannte die Jury den Preis
erstmals in abgestufter Platzierung gleich drei Bewerbern zu. Dieses
Verfahren ist auch künftig so vorgesehen. Der Jury gehören neben Schily, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Dr. Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Maria Böhmer, die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, sowie Vertreter der Kirchen und der Familie Hirsch an. Die Initiative "Fußballvereine gegen Rechts" wurde 2001 von Jo Ecker, seinerzeit D-Junioren-Betreuer des FC Niederau 08, in Reaktion auf fremdenfeindliche Erfahrungen mit seiner Mannschaft ins Leben gerufen. Sofort wurde eine Internetseite installiert, auf der sich bislang mehr als 700 Vereine, Verbände und Fan-Clubs öffentlich gegen Rechts positioniert haben. 2006 war die Initiative an der Gründung des "Dürener Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt" beteiligt. 2007 führte sie Benefizspiele und Turniere gegen Rechts durch. Aktuelles Projekt der Initiative ist die Aktion "Schild gegen Rassismus und Gewalt". Bereits seit längerem engagiert sich auch die Leipziger Faninitiative "Bunte Kurve" gegen Rassismus. Ausgangspunkt des Projekts war der Einsatz für den nigerianischen Spieler Adebowale Ogungbure vom FC Sachsen Leipzig, der sich 2006 fremdenfeindlichen Beschimpfungen ausgesetzt sah. Mittlerweile findet das Engagement seinen Ausdruck in kreativen und nachhaltigen Aktionen. Dazu gehörte 2006 ein integratives Fußballturnier unter dem Motto "Football Unites" und 2008 ein internationales Mädchenfußballcamp. Ein Trikotsponsoring der besonderen Art initiierte die Gruppe in der Saison 2007/2008 mit der zweiten Mannschaft des FC Sachsen Leipzig: Deren Trikot zierte das Motto "Für Fußball - gegen Rassismus und Diskriminierung" Von beeindruckendem Umfang sind auch die Maßnahmen der Anti-Diskriminierungskampagne, die Werder Bremen gemeinsam mit Fanprojekten und -initiativen durchführt. Mehr als 20 Einzelprojekte umfasst ein koordiniertes Maßnahmenpaket, das Schwerpunkte auf Wertevermittlung und Sensibilisierung, aber auch auf Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit setzt.
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