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Schild Nr. 258: TSV Bargteheide 1968 e.V.

04.07.2014 07:56

Der Bargteheider Sportverein TSV setzt ein Zeichen gegen rassistische Ausgrenzung und Rechtsradikalismus. Symbolisch wird das jetzt durch ein Schild an den Umkleidekabinen dokumentiert. Wichtiger aber ist noch der aufklärerische Geist, der hinter der Aktion steckt. „Seit Jahrzehnten setze ich mich gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein", sagt B-Jugend-Trainer Harald Berndt. Denn Rechtsextreme wie die NPD wollten die Demokratie abschaffen und eine Diktatur errichten. „Und unter einer solchen Herrschaft möchte ich nicht leben", sagt er. Er wünsche keine Wiederholung der Ereignisse aus den Jahren bis 1945. „Rassismus und Rechtsextremismus dürfen im Sport keine Chance haben."

Der Präventionsbeauftragte des Kreisfußballverbands ist auf die Aktion „4 Schrauben für Zivilcourage" aufmerksam geworden. Sie bietet die Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" an. 253 Vereine haben sich bereits angeschlossen, jetzt folgt auch Bargteheide. „Nach dem Sportverein in Eichede sind wir damit der zweite in Stormarn", sagt Berndt. Dazu brauchte es auch nicht die aktuelle Warnung des Bundesinnenministeriums vor zunehmender rechter Gewalt. Geboren wurde die Idee in Düren, wo bei einem Spiel der C-Jugend, bei dem Kinder wegen ihrer Hautfarbe angepöbelt, beleidigt und bedroht wurden. Schockierte Eltern und Trainer gründeten daraufhin die Initiative „Fußballvereine gegen Rechts", die sich gegen Ausgrenzung und Rassismus engagiert. „Ihr mutiger Einsatz hat dazu beigetragen, dass die Situation deeskaliert wurde", sagt Harald Kühn, stellvertretender Leiter der TSV-Fußballsparte.
Auch Harald Berndt setzt sich seit Jahrzehnten für ein friedliches Miteinander ein. „Die Menschen mit Migrationshintergrund bereichern uns und sie stärken unser Zusammenleben", sagt er.
Gemeinsam gegen rechte Gewalt: (v. l.) Henrik Bustorf, Abteilungsleiter Fußball, Jugendtrainer Harald Berndt, Harald Kühn, stellvertretender Leiter der TSV-Fußballsparte und Finanzvorstand Jens Goldbeck, und die B 1 und B 2-Jugendlichen des TSV mit ihrem Trainer Harald Berndt