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2009 - In einer Kneipe im Dürener Ortsteil Merken haben sich zwischen 50 (Angaben von Beobachtern) und 130 (Angaben aus der NS-Szene) Neonazis im  getroffen, um dort das von der Kameradschaft Aachener-Land (KAL) organisierte "Schlageter -Treffen" abzuhalten. Laut Aussage des Wirtes wurde der Saal von "netten Leuten" gemie-tet.

2010 - Neonazis mieten einen Fußball-platz in Jülich-Selgers-dorf an und richten dort ein Fußballturnier mit 10 Mannschaften aus rechtsextremen Kreisen aus. "Man hat uns betrogen und unter falschem Namen den Mietvertrag unterschrie-ben," so ein Verant-wortlicher des Fußball-clubs.

2012 - Ein engagierter Gastwirt ließ in Regens-burg die geplante Ver-anstaltung eines rechts-extremistischen Vereins platzen. Er war nicht nur nicht bereit, seine Räumlichkeiten zur Ver-fügung zu stellen, sondern informierte auch die Polizei und den örtlichen Gaststätten-verband, die weitere Wirte in der Region über das Treiben der Neonazis und ihre Anliegen informierten. Stutzig wurde der Gastwirt, als ein Verein namens "Frei Räume - Verein zur Förderung der Kunst- und Meinungsfreiheit" in sei-nem Lokal Räumlich-keiten für gleich 180 Personen mieten wollte.

Aktion "Wir vermieten nicht an NAZIS"

In den vergangenen Jahren wurden, auch im Kreis Düren, mehrfach Sportplätze und Vereinsheime von rechtsextremen Gruppierungen und Kameradschaften unter Angaben falscher Daten gemietet. Sicher ist, dass auch in diesem Jahr in Düren wieder ein Fußballturnier der NPD oder Kameradschaft Aachener Land durchgeführt werden soll. Dazu benötigen sie einen Fußballplatz. Wir haben Ihnen einige Tipps aufgeführt, die Ihnen helfen können, dies für Ihren Verein zu vermeiden........

Wie mieten Neonazis Sportstätten und Vereinsräume an?

In vielen Fällen mieten Neonazis die Objekte unter falschen Angaben an. Meistens wird auch nicht gesagt, dass es sich um eine politische oder um eine Parteiveranstaltung handelt. Häufig wird angegeben, es handle sich um ein Treffen eines Heimatvereins oder um die Tagung einer geschichtlich interessierten Gruppe und ähnliches. Eine weitere Strategie ist es, Räumlichkeiten für eine private Geburtstagsfeier (evtl. mit Live-Musik) oder für ein privates Treffen zu mieten. Dahinter können sich dann NPD-Schulungen, kommerzielle Rechts-Rock-Konzerte oder ein Abend mit rechten Liedermachern verbergen. Neonazis wollen sich in der Regel ungestört treffen, deshalb bevorzugen sie Hinterzimmer, Säle und Nebenräume.

Auch Freizeitturniere auf Sportplätzen sind in den letzten Jahren bei den Neonazis sehr beliebt. Hier schickt man meist Frauen vor, die Sportplätze für irgendwelche Jugendgruppen, Kinderfeste oder Freizeitclubs mieten möchten. Ihre Mieter/Innen treten meist seriös auf. Erwarten Sie also keine Glatzen in Bomberjacke und Springerstiefel. Neonazis sind nicht immer an Outfit und Auftreten erkennbar!

Was können Sie dagegen tun?

1. Aufmerksam sein

Die erste Möglichkeit, sich gegen Neonazi-Veranstaltungen in den eigenen Räumen zu schützen, ist Aufmerksamkeit. Fragen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig nach. Um was für einen Verein handelt es sich? Womit beschäftigt sich der Verein? Woher kommt der Verein/ die Gruppe? Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet? Wer ist der Mieter/die Mieterin? Lassen sie sich ruhig den Ausweis zeigen, wenn ihnen ein Mieter/eine Mieterin verdächtigt vorkommt.

2. Nutzungsvertrag abschließen

Schützen können Sie sich, indem Sie einen Nutzungsvertrag abschließen (gerne senden wir Ihnen ein Muster zu), der Treffen von extrem rechten Gruppen in Ihren Räumen ausschließt. Viele rechte Mieter/Innen dürfte das abschrecken.. Wenn sich eine Gruppe dann doch als „Wolf im Schafspelz " entpuppt, haben Sie eine gute rechtliche Handhabe, die Gruppe Ihrer Räume zu verweisen. Verlangen Sie eine hohe Kaution im mindestens 3stelligen Bereich, den Sie bei widrig abgeschlossenen Vertrag einbehalten Wenn Räumlichkeiten oder Sportanlagen unter falschen Angaben gemietet wurden, ist jeder - auch mündliche - Mietvertrag hinfällig. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten und verweisen Sie die NPD oder andere extrem rechte Gruppen des Hauses oder der Anlage!

3. Die Polizei zur Hilfe rufen

Wenn Sie eine extrem rechte Gruppe in Ihrer Gaststätte haben, können Sie auch die Polizei zur Hilfe rufen, um die Gruppe entfernen zu lassen. Setzen Sie Ihren Willen auch bei der Polizei durch. Oftmals rät die Polizei dazu, eine Veranstaltung einfach weiterlaufen zu lassen, da dies für sie „aus ordnungstechnischen Gründen" besser zu handhaben sei. Lassen Sie sich darauf nicht ein. Fordern Sie von der Polizei, die Neonazis aus ihrem Objekt zu verweisen. Sie haben schließlich das Hausrecht und den guten Ruf Ihres Vereins zu verlieren! Die Aufrechterhaltung der Ordnung ist Aufgabe der Polizei. Mit einer Gruppe Neonazis wird sie mühelos fertig. Lassen Sie sich nicht durch Angst vor möglichen "Racheaktionen" der Neonazis leiten. Gerade die NPD möchte gerne wie eine „bürgerliche" Partei wirken, um so größere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erlangen.

4. kostenloses Schild „Vier Schrauben für Zivilcourage"

Erfahrungen in den letzten Monaten haben ergeben, dass rechtsradikale Gruppierungen keinen Versuch machen, Sportplätze oder Sportheime zu mieten, an denen das kostenlose Schild unserer Aktion „Vier Schrauben für Zivilcourage" hängt, weil sie vermuten, dass die Vereinsverantwortlichen dieses Vereine so sensibilisiert sind, dass sie von vorne herein keine Chance auf Mieterfolg haben. Das einzige, was schon mehrfach passiert ist, dass dieses Schild von den Neonazis mutwillig zerstört wurde. In diesem Falle hängen wir natürlich kostenlos ein neues Schild auf und machen eine Anzeige bei der örtlichen Polizei

Verteilen Sie diese Tipps an die betreffenden Verantwortlichen in Ihrem Verein. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen zu Verfügung. Wir können Ihnen weiterhelfen, wenn Sie den Verdacht haben, dass Neonazis ihre Gaststätte mieten wollen. Bitte schreiben Sie uns eine Email an: gegen.rechts@arcor.de

Muster RAUMNUTZUNGSVERTRAG.pdf (29 kB)